Restauratorin Diesing-Otto

Alte Kunst
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Zu meiner Person:
 
- Ausbildung zur Tischlergesellin
- Studium der Kunstgeschichte an der TU- Berlin
  Thema der Magisterarbeit: "Friderizianische Bilderrahmen",
- 15 Jahre angestellt in der Möbelrestaurierung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten,
   Berlin-Brandenburg
- Weiterbildung in Vergoldungstechniken und Oberflächenbehandlung
- Vorträge u.A. beim VdR
- Dozentin für Gasthörer an der FU-Berlin
- eigene Firma "Alte Kunst"
 
 Warum Restaurieren ?
 
Eine verantwortungsvolle Restaurierung schützt ein Objekt vor weiteren Verfall. Kunstwerke sind, wie alles im Leben, dem Zahn der Zeit unterworfen. Entstanden in der Vergangenheit, sind sie Zeugnisse der Geschichte, die Einblicke in jene Zeit geben. Als solche Botschafter unserer Kultur und sind sie wertvoll und deshalb erhaltenswert. Ihr Wert steigt mit voranschreitender Zeit: je mehr kaputt geht , desto wichtiger wird jedes einzelne Stück. Eine Aktie mit natürlich steigendem Wert. Natürlich nur, in einer Gesellschaft, die nicht nur in der Gegenwart lebt, sondern mit Vergangenheit und Zukunft bewußt umgeht. Auch nachfolgende Generationen möchten diese Zeugnisse der Vergangenheit betrachten und begreifen, was und mit welch großen Können Jahrzehnte und Jahrhunderte
vorher große Meister geschaffen haben. Eine verantwortungsvolle Restaurierung verfälscht solche Kunstwerke nicht und versucht sie nicht zu schönen. Dies sind Wertmindernde Eingriffe. Mit traditionellen Handwerkstechniken und Materialimmanenten Eingriffen können Schäden  behoben werden. Eine Dokumentation macht diese Eingriffe transparent. Eine gute Restaurierung erhält ein Kunstwerk als Botschafter der Vergangenheit und schützt das Werk vor weiterem Verfall.
 
Wofür brauche ich ein Gutachten ? 
 
Oft fehlt das nötige Hintergrundwissen, ob und wie bedeutend ein Objekt ist. Das Wissen um handwerkliche Techniken und um ausgefallene Materialien ist nicht mehr Gegenwärtig und von modernen Dingen verdrängt. Exquisite Kunstschöpfungen werden oft gar nicht mehr als solche erkannt und werden zu Schleuderpreisen verkauft. Umgekehrt, erkennt auch nur der Fachmann, wenn der schöne Schein trügt und es sich um eine Fälschung handelt. Oft werden in gerichtlichen Auseinandersetzungen Gutachten angefordert, um den Wert des Streitobjektes neutral festzustellen. Manchmal entscheidet die Expertenmeinung auch nur darüber, ob man ein Objekt aufwendig restaurieren läst, oder nicht. Oft entscheidet sich der Wert eines Kunstwerkes ganz unabhängig vom Kunstmarkt. Er ist immer Schwankungen und Trends unterworfen.
 
 
  Möbel in Boulle-Technik:
 
            
 
Kommode aus einem französischem Loireschloss, 19.Jh.                        
 
 Es handelt sich bei diesen Objekten  um besonders kostbare Möbel, die mit einem Intarsienbild aus Messing und Schildpatt furniert sind. Namensgeber ist André Charles Boulle, Hofebenist des französischen Königs Ludwig XIV., der diese Technik besonders gut beherrschte. Stücke aus seiner Hand gehören zu den begehrtesten Objekten der Möbelkunst. Im 19. Jh. kamen Möbel in Boulle-Technik wieder auf. Sie galten in der Zeit der Restauration als herrschaftliches Attribut. Leider sind diese Möbel durch die unterschiedlichsten Reaktionen bei veränderter Luftfeuchtigkeit sehr stark dem Verfall ausgesetzt und nahezu unersetzbar.
Der Panzer der Karettschildkröte, der hier als rot - oder schwarz hinterlegtes Schilpatt verarbeitet wurde, unterliegt, zurecht, dem Artenschutz. Um so wichtiger ist es, die vorhandenen Kunstwerke zu erhalten. Das Messing, teilweise fein graviert, wird oft durch starke Korrosionen zerstört, die nur unter Substanzverlust zu stoppen sind. Ein internationales Forschungsprojekt, innitiiert durch die Getty Fondation in Los Angeles, rückt die Erhaltung dieser Wertvollen Objekte in den Mittelpunkt. Restauratoren und Kunsthistoriker begleiten mit Ihrem Wissen und Erfahrungen Restaurierungsprojekte des Bayerischen Nationalmuseums, in der Hoffnung, die Möglichkeiten der Restaurierung zu verbessern und im Vorfeld dem Verfall Einhalt zu gebieten.
 
Das Projekt wird in der Zeitschrift "Kunst und Auktionen" vom 27.11.2009 auf S. 40 ff vorgestellt.
Ute Hack:   "Boulle-Möbel als Statussymbole im neuen Glanz".
 
Das Forschungskolloquium wurde 2011 erfolgreich abgeschlossen und mit dem European Award  als bestes europäisches Forschungsvorhaben im Fach Restaurierung ausgezeichnet.
 
           
 
 
 Details aus einem Wandspiegel, 19.Jh.: starke Ablösung  und Verlust von  Messingeinlagen und Schildpatt
 
 
  
 
 
 
 Prophylaxe:
 
Schweren Schäden an Kunstgegenständen kann durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen vorgebeugt werden.
 
Eine Regulierung des Raumklimas hilft Schäden durch Holzschwund zu vermeiden.
 
Eine sachkundige Beratung vor einem Umzug vermeidet Transportschäden.
 
Wertvolle Fußböden können vor Abnutzung geschützt werden.